Berlin – Weniger Straftaten, weniger Opfer – aber auch weiter viele ungelöste Fälle. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) stellte am Mittwoch gemeinsam mit Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik Meisel die Kriminalstatistik für 2025 vor. Die Zahlen zeigen: In Berlin wurden 502.743 Straftaten registriert – mehr als 36.000 weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt jedoch nur bei 44,9 Prozent. Nicht einmal jede zweite Tat wird aufgeklärt. Und: Es fallen immer mehr Schüsse in Berlin!
Das klingt erstmal gut: „Damit liegt die Gesamtzahl der Straftaten – mit Ausnahme des pandemiegeprägten Jahres 2021 – auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren“, sagte Innensenatorin Spranger. 109.992 Menschen wurden 2025 in Berlin Opfer einer Straftat. Das sind 3481 weniger als 2024. In vielen Bereichen gingen die Zahlen zurück. Es gab weniger Körperverletzungen, weniger Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte und auch weniger Raubdelikte. Auch Diebstähle und Drogendelikte nahmen ab.
Barbara Slowik, Polizeipräsidentin von Berlin
Polizeipräsidentin Slowik Meisel: „Besonders deutliche Rückgänge verzeichnen wir im Bereich des Diebstahls. Hier greifen unsere Maßnahmen – sowohl in der Prävention als auch in der Strafverfolgung. In anderen Bereichen, wie insbesondere dem Wohnraumeinbruch, aber auch der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte gilt es, die Zahlen noch deutlich zu senken.“
Mehr Verbreitung von Kinderpornografie
Bei kinderpornografischen Inhalten wurden 1954 Fälle registriert – 682 mehr als 2024. Bei jugendkindpornografischen Inhalten gab es 296 Fälle mehr als im Vorjahr. Laut Polizei hängt das vor allem mit dem Abbau eines Bearbeitungsrückstands zusammen. Viele Hinweise kamen von der Organisation „National Center for Missing and Exploited Children“ (NCMEC).
Iris Spranger (SPD), Senatorin für Inneres und Sport
Auch bei Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellem Übergriff im besonders schweren Fall stieg die Zahl der erfassten Taten. 1393 Fälle bedeuten ein Plus von 156. Die Ermittler führen das auf eine gestiegene Anzeigebereitschaft zurück. „Diese Entwicklung lässt sich auf verstärkte Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zurückführen, die zu einer gesteigerten Sensibilisierung der Bevölkerung beiträgt“, heißt es in der Statistik.
515 Mal wurde geschossen
Sorge bereitet der Anstieg bei Straftaten mit Schusswaffen. 2025 wurden 1119 Fälle registriert. In 604 Fällen wurde mit einer Waffe gedroht, in 515 Fällen wurde geschossen. „Der deutliche Anstieg bei der Schusswaffenkriminalität ist für mich ein klares Warnsignal. Für illegalen Waffenbesitz und bewaffnete Auseinandersetzungen gilt in Berlin: Null Toleranz. Wenn Konflikte mit Schusswaffen ausgetragen werden, ist eine rote Linie überschritten“, sagte Spranger.








