Der Kult-Schauspieler Walter Schultheiß ist im Alter von 101 Jahren gestorben. Zum Gedenken ändert der SWR heute Abend sein Programm und zeigt eine Dokumentation sowie einen Spielfilm mit dem schwäbischen Publikumsliebling.

Der SWR trauert um Walter Schultheiß. Der beliebte schwäbische Schauspieler, Autor und Maler ist im Alter von 101 Jahren gestorben. Wie der Sender bestätigte, starb Schultheiß bereits am 22. Dezember 2025 in Wildberg im Kreis Calw und wurde im kleinen Kreis beerdigt. Zum Gedenken ändert der SWR heute Abend sein Fernsehprogramm.
Walter Schultheiß gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Gesichtern des Südwestens. Mit seinem schwäbischen Dialekt, trockenem Humor und großer Bühnenpräsenz erlangte er Kultstatus weit über Baden Württemberg hinaus. Seinen Durchbruch feierte er ab 1963 gemeinsam mit Werner Veidt mit den legendären Straßenkehrer-Sketchen im Radio des damaligen Süddeutschen Rundfunks.
Es folgte eine außergewöhnlich lange Karriere mit unzähligen Rollen in Hörspielen, Filmen und Fernsehserien. Zu seinen bekanntesten Produktionen zählen „Schwäbische Geschichten“, „Köberle kommt“, „Der Eugen“, „Oh Gott, Herr Pfarrer“, „Der König von Bärenbach“ sowie „Laible und Frisch“. Unvergessen bleibt er auch als Vermieter Rominger im Bienzle-Tatort, wo er den sympathisch bruddeligen Schwaben verkörperte.
SWR würdigt Walter Schultheiß mit Programmänderung
Zum Andenken an den Schauspieler ändert der SWR am Samstag, den 3. Januar 2026, sein Abendprogramm. Ab 20:15 Uhr zeigt der Sender die Dokumentation „Ein Jahrhundert Leben! Der Schauspieler Walter Schultheiß“, gefolgt um 21:00 Uhr vom Spielfilm „Global Player – Wo wir sind isch vorne“. Beide Sendungen sind zusätzlich in der ARD Mediathek abrufbar.
SWR-Intendant Kai Gniffke würdigte Schultheiß als prägende Figur der Regionalkultur. Man könne sich Baden Württemberg kaum vorstellen ohne Kehrwoche, Maultaschen und Walter Schultheiß. Sein Humor, seine Menschlichkeit und seine jahrzehntelange Verbundenheit mit dem SWR würden unvergessen bleiben.
Ein Leben für Bühne, Film und Dialekt
Walter Schultheiß wurde am 25. Mai 1924 in Tübingen geboren. Erste Bühnenerfahrungen sammelte er bereits gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach Schauspielunterricht in Stuttgart begann seine Theaterlaufbahn, später folgten Radio und Fernsehen. Seit 1950 war er mit der Schauspielerin Trudel Wulle verheiratet, mit der er auch häufig gemeinsam auftrat. Bis ins hohe Alter stand Schultheiß regelmäßig auf der Bühne der Komödie im Marquardt in Stuttgart.
Neben der Schauspielerei schrieb er humorvolle Texte und Gedichte. Er lebte bis zu seinem Tod gemeinsam mit seinem Sohn, dessen Familie und seinen beiden Enkelinnen in Wildberg.
Für sein Lebenswerk wurde Walter Schultheiß vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, der Verdienstmedaille des Landes Baden Württemberg und dem Baden Württembergischen Ehrenfilmpreis.










