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DSDS-Gewinner Menowin möchte mit Musik zukünftig Menschen helfen

“Der Herr spricht durch sein Wort zu mir”

Menowin hat die 22. Staffel der Casting-Show “Deutschland sucht den Superstar” gewonnen. In der DOMRADIO-Sendung “Meine Playlist” zeigt sich der gläubige Christ, dessen Leben nicht immer geradlinig verlief, dankbar und hilfsbereit.

Sänger Menowin hat die Show "Deutschland sucht den Superstar" gewonnen / © Stefan Gregorowius/RTL (dpa)
Sänger Menowin hat die Show “Deutschland sucht den Superstar” gewonnen © Stefan Gregorowius/RTL dpa )

DOMRADIO.DE: Wie würden Sie Ihren Musikgeschmack beschreiben?

Menowin (Sänger und DSDS-Gewinner 2026): Ich bin ein Mensch, der sich stark von Melodien angezogen fühlt.  Auch Texte sprechen mich an, aber um mich praktisch zu berühren, benötige ich die richtige Melodie. Ich finde, wenn man jetzt meine Musikauswahl hört, die ich mitgebracht habe, dann sind das immer schöne, tolle Melodien, die ‘ans Herz gehen’.

 

DOMRADIO.DE: Haben Sie mittlerweile verinnerlicht, dass Sie die Casting-Show “Deutschland sucht den Superstar“, kurz DSDS, gewonnen haben?

Menowin: Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es auf mich immer noch unreal wirkt, weil es auch eine lange Zeit war, um an dieses Ziel zu kommen – das zweite Mal in so einem Finale. Aber heute habe ich ein ganz anderes Gefühl dabei. Ich bin zutiefst dankbar, dass ich diese Chance noch bekommen habe. Es öffnet mir jetzt wieder die Türen, die ich mir damals selbst zugeschlagen hatte.

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DOMRADIO.DE: Wie haben Sie diese Staffel von DSDS empfunden? War das für Sie als jemand, der zum dritten Mal dabei war, ein Durchmarsch?

Menowin: Das würde ich so nicht sagen. Ich glaube eher, dass es etwas war, wodurch ich noch mal angefangen habe, viel über mich zu lernen. Es war auch ein Platz, um gewisse Dinge noch mal zu erleben, aber diesmal auf eine andere Art und Weise und mit ganz anderen Gedanken.

DOMRADIO.DE: Viele nennen Sie immer noch Menowin Fröhlich. Den Nachnamen haben Sie für Ihren Künstlernamen abgelegt. Warum?

Menowin: Das war mein Familienname, den kann ich nicht ablegen. Aber dieses ‘Fröhlich’ verbindet mich mit meiner Vergangenheit. Da gibt es auch eine Bibelstelle, die besagt, dass das Alte vergangen und etwas Neues geworden ist. Daran mache ich alles fest.

DSDS-Gewinner Menowin und DOMRADIO-Moderator Bernd Knopp / © privat (DR)
DSDS-Gewinner Menowin und DOMRADIO-Moderator Bernd Knopp © privat DR )

DOMRADIO.DE: Einige haben kritisiert, dass ursprünglich Ihre Tochter gecastet wurde und dass Sie dann, als sie ausschied, bei DSDS als hinzugezogener Kandidat weitermachten, der bereits einmal im Finale der Show gestanden hatte. Wie gehen Sie damit um?

Menowin: So war es. Meine Tochter hatte zu der Zeit noch keine Ausbildung gehabt. Sie wusste noch nicht, was sie machen möchte. Sie wollte sich ausprobieren und ich habe sie einfach unterstützt. Ich glaube, sie ist an der Erfahrung auch gewachsen. Deswegen war das für sie eine gute Station, um sich weiterzuentwickeln.

DOMRADIO.DE: Sie kamen in der Vergangenheit auch öfter mit dem Gesetz in Konflikt – wegen Körperverletzung, Drogenmissbrauch und Verkehrsdelikten. Wie beschreiben Sie heute Ihre Vergangenheit?

Menowin: Es ist alles sehr traurig, wenn ich mich daran erinnere. Es war ein Prozess, den ich in meinem Leben durchmachen musste, um der sein zu können, der ich heute bin. Das war meine Prüfung oder mein Weg, um in die richtige Richtung zu gehen.

 

Menowin

“Gott kommt immer genau zum richtigen Zeitpunkt.”

DOMRADIO.DE: Irgendwann haben Sie sich taufen lassen. Was war der zündende Punkt?

Menowin: Ich hätte fast mein Leben verloren und wog 170 Kilo. In meinem Herzen sagte eine Stimme, dass ich zum Arzt gehen solle.  Der wiederum begrüßte meinen Schritt, denn ich wusste, dass es mit meinem Gewicht, den Drogen und dem Alkohol lebensgefährlich war. Ich wusste: ‘Da kann mir jetzt nur Gott helfen’, denn er kommt ja auch nie zu spät. Gott kommt immer genau zum richtigen Zeitpunkt.

Und als ich gemerkt habe, dass Jesus praktisch die einzige Kraft ist, die mich aus allem rausgeholt hat, habe ich mich dem Ganzen hingegeben und ihm gesagt: ‘Ich gebe dir mein Leben, weil du der Weg bist, weil du Wahrheit bist, weil du Leben bist, weil du mich niemals belügen würdest.’ Und das ist es, was mir die Kraft gegeben hat, noch mal neu auf alles zu gucken.

DOMRADIO.DE: Sie sind ein gläubiger Christ. Wie beten Sie?

Menowin: Der Herr spricht durch sein Wort zu mir. Dadrauf kann ich mich immer verlassen. Ich denke, viele Menschen glauben immer, sie müssten eine andere Haltung einnehmen, um mit Gott zu sprechen. Aber du kannst mit ihm reden, egal wo und wie du bist.

Ich bete und sage jeden Tag meinem Herrn “Danke”. Schon allein dafür: Wenn ich meine Augen öffne, sage ich immer Danke, weil es einfach nicht selbstverständlich ist. Es sind diese kleinen Dinge im Leben, die dankbar machen: dass du den Kühlschrank aufmachst und etwas zu essen hast, dass du warmes Wasser hast, dass du ein Bett hast, dass du zur Arbeit gehen darfst und einen Job hast. Das sind alles Dinge, für die man Gott wirklich danken kann.

DOMRADIO.DE: Wie ordnen Sie Ihre Gläubigkeit auf einer Skala von eins bis zehn ein?

Menowin: Ganz klar auf elf, weil ich weiß, dass in meinem Leben ohne Gott nichts funktioniert. Ich ziehe mir nämlich aus dem, was und wie er es sagt, die Kraft. Der Herr sagte: ‘Nehmt von dem Wasser, damit ihr niemals durstig seid.’ Und aus dieser Quelle schöpfe ich, aus der Quelle des Lebens.

DOMRADIO.DE: Wir haben eben kurz über Ihre teils schwierige Vergangenheit gesprochen. Haben Sie sich oft schuldig gefühlt, weil Sie vielleicht Menschen verletzten, die Sie heute um Vergebung bitten?

Menowin: Ja, auf jeden Fall. Das ist auch etwas, was mich in den Jahren immer wieder begleitet. In allererster Linie geht es darum, dass auch Gott das vergibt, was du getan hast. Ich habe mich so oft selbst verurteilt und auch selbst schuldig gefühlt – für ganz viele Dinge. Dann gibt es halt dieses Wort von Gott, der sagt, dass alle kommen sollen, alle, die mühselig und beladen sind, und abgeben sollen. Als ich anfing, abzugeben und wusste, dass mir meine Sünden vergeben sind, da spürte ich Freiheit in meinem Herzen.

DSDS-Gewinner Menowin in der Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" / © Rolf Vennenbernd/dpa (dpa)
DSDS-Gewinner Menowin in der Casting-Show “Deutschland sucht den Superstar” © Rolf Vennenbernd/dpa dpa )

DOMRADIO.DE: Es ist schwierig geworden, auf dem Musikmarkt Geld zu verdienen. Haben junge Musikerinnen und Musiker überhaupt eine Chance, gehört zu werden?

Menowin: Ja, ich glaube sogar, dass junge Musiker heute mehr Chancen haben, gehört zu werden. Aber das Allerwichtigste: Du brauchst immer einen Plan B. Macht nicht den Fehler wie ich damals im Jahr 2010 und verlasst euch auf den Musikplan. Dann fängt man an, auf dem Weg verbissen zu werden, und zieht gegen andere in den Krieg. Ich rate allen jungen Menschen, eine Ausbildung zu machen. Das ist der Plan B.

 

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