Köln (Nordrhein-Westfalen) – Auf diesen einen Satz haben Millionen TV-Zuschauer zwei Wochen lang gewartet – vergeblich. Während seiner Zeit im australischen RTL-Dschungelcamp hat Sänger und Schauspieler Gil Ofarim (43, „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“) keine Worte der Entschuldigung an den Hotelmitarbeiter W. über seine Lippen gebracht. Ofarim hatte dem Hotelmitarbeiter fälschlicherweise Antisemitismus vorgeworfen.
Bis auf eine Entschuldigung bei der Stadt Leipzig und dem Bundesland Sachsen schwieg Gil eisern. Das sollte sich heute ändern. Drei Tage nach dem TV-Finale landete der frisch gekürte Dschungelkönig mit seinen Mitcampern in Frankfurt. Anschließend ging es direkt weiter nach Köln, zum Hauptsitz von RTL.
„Sie wollen es immer wieder hören“
Nach Fotoshooting und diversen Interviews folgte sein großer Auftritt bei der Nachrichtensendung „Punkt 12“. Moderatorin Katja Burkard (60) wollte von ihm wissen: „Ich würde dich einfach mal fragen: Kannst du denn sagen: ‚Es tut mir leid‘, was dem Markus W., dem Hotelmitarbeiter, durch dein Video widerfahren ist?“
Gils Antwort im Wortlaut: „Das habe ich gemacht, und das habe ich ihm persönlich auch selber gesagt bei Gericht. Ich habe das Gefühl, dass das viele Menschen da draußen entweder gar nicht interessiert oder sie wollen es immer wieder hören. Ich habe das schon erledigt und gemacht. Das war schon bei Gericht. Aber ich kann mich nur wiederholen: Alles, was da passierte und im Nachgang alles: ‚Es tut mir leid!‘ und alles Weitere kann und darf ich nicht sagen.“
Diese lange Antwort überraschte offenkundig auch Katja Burkard. Sie erwiderte: „Gil, aber das hast du jetzt gesagt. Jetzt hast du ganz deutlich gesagt: Es tut mir leid.“
2023: Gil Ofarim (damals 41) legte vor dem Landgericht Leipzig ein Geständnis ab und gab zu, die Unwahrheit gesagt zu haben
Hotelmitarbeiter brach sein Schweigen
Vier Jahre lang hatte der Hotelmitarbeiter W. öffentlich über den Vorfall geschwiegen, gab nun der „Zeit“ erstmals ein Interview: „Mir geht es nicht gut damit, wie er sich jetzt inszenieren konnte.
Denn es hinterlässt bei mir den Eindruck, dass die öffentliche Wahrnehmung dieses Falles wieder kippt. Die Staatsanwaltschaft hat Tatsachen ermittelt, die vor Gericht Bestand hatten.
Gil Ofarim hat diese Tatsachen irgendwann bestätigt, indem er sich bei mir entschuldigte und das Video löschte. Nun habe ich den Eindruck, dass all das wieder infrage gestellt wird. Er inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin, und das ist schwer für mich.“








