Markus W. bricht nach Gil Ofarims Dschungel-Sieg sein Schweigen: „Mir geht es damit nicht gut“
Im Dschungelcamp waren Gil Ofarim und der Davidstern-Skandal immer wieder Thema. Am Ende siegte der Sänger. Einer kann es nicht verstehen: Der Hotelmitarbeiter, den er damals beschuldigte…

Er ist der Mitarbeiter, dem Gil Ofarim (43) vor vier Jahren vorwarf, er hätte ihn antesemitisch beleidigt. Er bekam eine Morddrohung, wurde beschimpft und beleidigt. Trotz hat Markus W. (37) immer Hotel öffentlich geschwiegen. Doch jetzt, nachdem der Sänger im Dschungelcamp überraschende Andeutungen machte und am Ende die Dschungelkrone gewann, gab er sein erstes Interview.
„Ich frage mich auch: Ist es denn nie vorbei?“
In der „Zeit“ erzählt er, dass er selbst das Dschungelcamp nicht gesehen habe. „Aber ich komme natürlich nicht an den Schlagzeilen vorbei. Und ich werde von Freunden und Bekannten immer wieder darauf angesprochen“, so Markus W. in dem Interview. So erfuhr er auch, dass Gil Ofarim im Dschungelcamp plötzlich von manipulierten Videobändern sprach. „Das wirkt für mich sehr befremdlich, es ärgert mich massiv, und ich frage mich auch: Ist es denn nie vorbei?“
An den Abend des 4. Oktober 2021 kann er sich gut erinnern. Durch technische Probleme konnten die Zimmerkarten nicht codiert werden, die Gäste mussten deshalb warten. Markus W. sprang an der Rezeption mit ein, um seine Kollegen ui unterstützen.
„Als er an der Reihe war und seine Karte bekommen sollte, da sprach er mich an. Er war sehr aufgebracht, zeigte mit dem Finger auf mich und pöbelte: Was das für ein Scheißladen sei“, erzählt Markus W.
„Dann drohte er: Wenn er in seinem Zimmer sei, werde er die Zustände hier öffentlich machen, das werde viral gehen. Ofarim klatschte dabei in die Hände und sagte: Bäm, bäm, bäm. Da habe ich ihm den Meldeschein weggezogen und ihm gesagt, dass er unter diesen Umständen nicht unser Gast sein kann.“
Markus W. bekam sogar eine Morddrohung
Welche Folgen diese Entscheidung hat, wurde ihm erst am nächsten Tag bewusst. Denn da lud Gil Ofarim ein Video hoch, in dem er ihn beschuldigte. „Ich konnte es nicht glauben. Als ich dann in meinem Büro ankam, stand das Telefon nicht mehr still. Das gesamte Hotel war sehr schnell in einem Ausnahmezustand. Kollegen weinten. Sämtliche Mitarbeiter hatten es schwer, mit dieser Situation umzugehen, weil einen darauf auch niemand vorbereiten kann.“

Es gab eine Demo vor dem Hotel er bekam sogar eine Morddrohung – und wurde sogar an einen sicheren Ort gebracht. In den nächsten Wochen traute er sich kaum nach draußen, ging nicht einmal auf private Feiern „aus Angst davor, dass irgendwer ein Foto von mir machen könnte, auf dem ich feiernd oder lachend zu sehen bin.“
„Beweisen Sie mal, dass etwas nicht stimmt“
Markus W. zeigte Gil Ofarim bei der Polizei an. Während er schwieg und abtauschte, gab Gil Ofarim Interviews. Warum er sich nicht öffentlich gewehrt hat? „Beweisen Sie mal, dass etwas nicht stimmt. Dass Sie kein Antisemit sind. Wie macht man so etwas?“, so Markus W.
Dass der Sänger jetzt im Dschungelcamp über geschnittene Videobänder spricht, macht ihn „fassungslos. Weder das Gericht noch der Videogutachter haben die Glaubwürdigkeit der Aufnahmen in Zweifel gezogen – ebenso wenig wie die Aussagen der Zeugen.“ Und dann betont er, dass es keinen Schweigedeal geben würde – nur eine Unterlassungserklärung. „Das Einzige, was er nicht wiederholen darf, ist die Unwahrheit über mich. Er hat im Zuge des Vergleichs vor Gericht eine Unterlassungserklärung abgegeben. Das bedeutet, er darf nicht mehr sagen, dass ich ihn wegen des Tragens einer Davidstern-Kette des Hotels verwiesen hätte. Und er darf auch keine ähnlichen Aussagen tätigen, die andeuten, dass eine antisemitische Äußerung stattgefunden habe. Das ist alles.“

„Er inszeniert sich wie ein Opfer…“
Warum er sich überhaupt auf den Vergleich eingelassen hat? „Ich habe mich darauf eingelassen, auch weil ich die Sache endlich abschließen wollte“, sagt Markus W. Doch jetzt brechen die alten Wunden wieder auf. Vor allem durch das Verhalten von Gil Ofarim im Dschungelcamp. „Mir geht es nicht gut damit, wie er sich jetzt inszenieren konnte. Denn es hinterlässt bei mir den Eindruck, dass die öffentliche Wahrnehmung dieses Falles wieder kippt.“ Und dann sagt er ganz klar: „Er inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin, und das ist schwer für mich.“








